Die Schmetterlinge in der Schweiz


Vom 12. bis zum 18. Oktober 2009 waren die "Schmetterlinge" auf ihrer Herbsttour unterwegs in der Schweiz. Sie folgten einer Einladung der Evangelisch-methodistischen Kirche in Wädenswil am Zürichsee (Rosenbergstrasse 4; CH-8820 Wädenswil). Hier nun der Bericht über diese Woche:

Montag, 12.Oktober:

Früh um 7.00 Uhr fuhr der soeben beladene Meichsner-Bus mit Andreas am Steuer in Antonsthal im Erzgebirge los und machte sich auf die weite Reise in die Schweiz. Immer mehr Kinder und Jugendliche stiegen unterwegs zu. Alle waren wir freudig gespannt auf die Tage, die kommen sollten. Die Begrüßung der neu zusteigenden Schmetterlinge war herzlich und es gab viel zu erzählen. Manche haben sich ja tatsächlich ein halbes Jahr nicht gesehen. Das Wetter ließ allerdings sehr zu wünschen übrig - es regnete in Strömen. Und auch der Verkehr rollte nicht so, wie es uns gefallen hätte. Ein Stau löste den anderen ab. Als wir uns unserem Ziel näherten, war es schon wieder dunkel. Gegen 19.00 Uhr erreichten wir endlich Wädenswil, wo wir schon erwartet wurden. Der Gemeindesaal in der Kapelle war rot/weiß und schwarz/rot/gold geschmückt. Unsere Gastgeber hatten sich viel Mühe gegeben. Stefan und Bettina Weller, die Pastorsleute von Wädenswil, begrüßten uns mit großer Freude. Ein erstes Highlight war das Abendessen - es gab original Schweizer Käsefondue. Ok, es hat nicht allen geschmeckt, vor allem denen nicht, die keinen Käse essen ... Sowas solls ja geben. Aber trotzdem haben wir ganz schön zugelangt, die lange Fahrt hat uns hungrig gemacht. Nach dem Abendbrot wurden dann noch die Quartiere aufgeteilt und das Abenteuer konnte beginnen. Manche Kinder sind mit bangen Fragen ins Quartier gefahren: Werden wir uns verständlich machen können? Wird man uns verstehen? Und, was nicht ganz unwichtig ist, wird mein Handystecker auch in die Steckdose gehen?

Dienstag, 13.Oktober:

Nach einem leckeren Frühstück - für die einen im Quartier, für andere in der Kirche - ging dann unser heutiges Tagewerk los. Nach einer Andacht, die Verona uns gehalten hat und an der wir selber mitwirken konnten, stürzten wir uns in die Probe. Es ging gar nicht so schlecht, doch gelegentlich wurde deutlich, dass manche ihre Texte nicht so gelernt hatten, wie es eigentlich wichtig und nötig wäre. Klar merkte das auch Lutz und die Betreffenden bekamen es mit ihm zu tun. Wir wiederholten schon bekannte Lieder und fingen auch neue an. Eins wurde gleich zu unserem neuen "Hit": Singa. Die Proben wurden natürlich immer wieder von Pausen unterbrochen, in denen wir super versorgt wurden: Helke, Andrea und Estrid waren ja auch am Start und kochten wieder gaaaanz lecker für uns. Danke! Auch das Spielen kam nicht zu kurz - Tischtennis und Fußball wurde gezockt bis zum Abwinken (oder bis zum Spielverbot durch Lutz, weil einige die Texte immer noch nicht kannten). Der Tag war zwar anstrengend, aber irgendwie auch schön. Als uns dann aber unsere Quartiereltern abgeholt haben, waren wir dann doch ganz froh.

Mittwoch, 14.Oktober:

Der heutige Mittwoch war dem gestrigen Tag sehr ähnlich. Es hieß vor allem: Probe, Probe und nochmal Probe. Nach dem Kaffeetrinken waren dann auch noch einige Prüfungen zu absolvieren - der Vorstand, Verona und Lutz nahmen sich also die fünf Prüflinge vor, während Katharina L. die Probe übernahm. Danke Katharina! Alle Prüflinge haben übrigens ihre zweite Prüfung bestanden, wenn auch nicht alle mit Bravour, aber immerhin. So haben wir nun fünf neue Schmetterlinge: Lina, Sophie, Lena, Federico und Richard. Eine Vorstandssitzung war auch noch nötig - es ging vor allem um unsere nächsten Termine, unsere Sommeraktion 2010 in Recklinghausen und um das CS-Sängerfest in Dresden 2010, an dem viele von uns teilnehmen werden. Währenddessen machten die großen Jungs noch die Stellprobe mit dem Chor, was ja nicht ganz unwichtig ist. Am Abend gab es dann einen lustigen Spieleabend. Die Schweizer, die an der Kirche vorbeigelaufen sind, die haben sich sicherlich gewundert über die Lautstärke, die wir an den Tag (besser gesagt: Abend) legten. So stand u.a. das Demonstrantenspiel auf dem Plan, einige Staffelspiele, Schrubber-Fußball usw. Es gab wirklich viel zu lachen dabei. Müde und erschöpft gings dann am Abend in die Quartiere.

Donnerstag, 15.Oktober:

Heute sollte ein anstrengender Tag werden. Wir trafen uns schon früh und stiegen gleich in den Bus, weil wir heute auf Bergtour gingen. Alle sollten warm eingemummelt kommen, was manche natürlich wieder nicht für nötig erachteten und bauchfrei oder ohne Winterjacke bzw. -schuhe erschienen. Nun, ein paar Anoraks hatten wir in Reserve, und es waren einige sehr froh darüber. Wir fuhren am Zürichsee entlang hinunter zum Hoch-Ybrig. Dort stiegen wir in eine Gondel und dann in einen Sessellift, der uns bis auf 1.800m Höhe auf den Spirstock brachte. Ich glaube, die haben nur wegen uns die Seilbahn angeworfen. Und es war kaaaaalt - sechs Grad unter Null, gefühlt noch viel kälter. Oben angekommen sangen wir am Gipfelkreuz: "Das Auge sieht sich niemals satt". Dann aber schnell ins Restaurant und sich aufgewärmt! Die Aussicht war herrlich - teilweise haben Wolken und/oder Nebel die Täler verdeckt, aber jede Minute bot sich uns ein anderes Bild. Stellenweise lugte sogar die Sonne hervor. Danach ging es wieder abwärts, zum Bus. Andreas brachte uns nach Horgen ins Haus Tabea. Dort betreibt unsere Kirche ein Altenheim und in der dortigen Kapelle hatten wir um 14.30 einen Gottesdienst zu gestalten. Vorher durften wir uns noch in der Cafeteria stärken. Es gab sogar ein Eis! Wir waren zwar ein bisschen unkonzentriert und es hat nicht alles so gut geklappt, wie wir das wollten, aber es war dennoch eine ganz ordentliche Leistung, die wir unseren Zuhörern boten. Sie waren auch ganz angetan von uns. Leider hatten wir nicht viel Zeit, weil schon um 16.00 Uhr unsere Fähre fuhr, denn wir wollten heute noch nach Zürich zum Shoppen. Zunächst setzten wir über den Zürichsee über und bestiegen dann die "Helvetia", die uns in einem ganz schön flotten Tempo nach Zürich brachte. Dort teilten wir uns in Gruppen auf. Die einen wollten einkaufen, andere machten eine Stadtbesichtigung. Um 19.00 Uhr waren alle wieder da (was jedes Mal eine große Erleichterung für die Verantwortlichen ist) und Andreas holte uns mit dem Bus ab. Wir fuhren über Horgen, wo noch unsere Instrumente und Noten lagen. Die mussten wir ja wieder einpacken. Als wir dort wieder losfuhren, merkten wir, dass Sophia N. und Anna-Maria fehlten. Sie waren auch mit ausgestiegen und wollten tragen helfen, hatten sich aber verlaufen und das Haus Tabea nicht wiedergefunden, obwohl wir direkt davor standen ... Aber nach kurzer Zeit der Suche waren wir alle wieder glücklich zusammen. Ziemlich fertig sind wir dann in die Quartiere gefahren.

Freitag, 16.Oktober:

Heute war, nach der Andacht von Verona, wieder Üben angesagt. Es gab ja auch einiges aufzuarbeiten von Horgen und es waren die Texte der neuen Lieder zu wiederholen. Aber auch heute stand ein Höhepunkt für uns bevor: Wir fuhren nach Einsiedeln ins dortige Kloster. Überwältigend, die riesengroße Klosterkirche ... In zwei Gruppen (Kleine und Große) wurden wir durch die Anlage geführt und lernten dabei, dass die Klosterschule inzwischen auch von weiblichen Schülern, also Schülerinnen, und sogar von Nichtkatholiken besucht werden darf ... Übrigens war Huldrych Zwingli, der schweizer Reformator, dort einmal Priester gewesen. Interessant war auch die Schwarze Madonna, die dort verehrt wird. Übrigens durften wir sogar singen in der riesigen Kirche - ein tolles Erlebnis! Leider nur fünf Lieder, denn dann kam das Abendgebet der Mönche, an dem wir teilnahmen, was ebenfalls sehr interessant war. Zum Abendbrot fuhren wir wieder nach Wädenswil zurück. - Übrigens feierte Leon heute seinen Geburtstag! Herzlichen Glückwunsch, Leon! - Nach dem Abendbrot kam es zu einem spontanen "europäischen Jugendtreffen" - der Jugendkreis der Gemeinde kam zusammen und unsere Jugendlichen gesellten sich hinzu. Ein toller (und langer) Abend!

Samstag, 17.Oktober:

Auch heute waren wir viel unterwegs. Nach einer morgendlichen Probe in den unteren Räumen, weil wir gestern Abend die Kirche aufgeräumt hatten, machten wir uns auf und besuchten zunächst die Höll-Grotten in Baar. Das sind Tropfsteinhöhlen, die man auf eigene Faust erkunden durfte - natürlich immer in Gruppen, in denen ein Erwachsener von uns dabei war. Das Wetter war heute auch grottenschlecht, es regnete in Strömen und war neblig und kalt, eben richtig ungemütlich. Trotzdem wars schön in Baar! Wir hatten hatten sogar Begleitung aus der Wädenswiler Gemeinde! Nach der Höhlentour fuhren wir dann weiter nach Winterthur, wo wir unseren Auftritt heute hatten. Trotz Stau kamen wir pünktlich an! Eine tolle Kirche mit einer Super-Akustik erwartete uns. Wir hatten genug Zeit, uns vorzubereiten, anzusingen usw. Um 17.00 Uhr begann dann unser Gottesdienst, der viel besser klappte, als am Donnerstag in Horgen. Nach dem Gottesdienst hatte die Gemeinde uns ein zünftiges Abendbrot zubereitet: Makkaroni in zwei leckeren Varianten und anschließend gab es sogar noch Kuchen, den aber viele nicht mehr schafften, weil sie zu viel Makkaroni gegessen hatten ... Aber es war köstlich! Dankeschön!!! Ziemlich spät kamen wir heute in die Quartiere, da wir ja noch ganz schön weit fahren mussten. Immerhin hatte sich der Stau aufgelöst und wir kamen gut voran und nicht zu spät in die Betten.

Sonntag, 18.Oktober:

Heute war also schon wieder unser letzter Tag. Kaum zu glauben, wie schnell so eine Woche vergeht. Heute hieß es, sich noch mal richtig zu konzentrieren und das beste zu geben, schließlich sangen wir ja für unsere Gastgeber, bei denen wir uns noch einmal herzlich bedanken wollten für alles, was sie für uns vorbereitet und getan haben! Es waren auch ganz schön viele Leute gekommen, die uns hören wollten. Die Kirche war gut gefüllt. Auch diesmal gelang uns unser Programm ganz gut. Allerdings flossen heute doch einige Tränen, denn sieben Schmetterlinge waren heute das letzte Mal dabei, weil sie aus Altersgründen den Chor verlassen müssen: Benne, Hummel, Lydia, Johann, Katharina, Almut und Simon (siehe Bild). Schön, dass Ihr mit dabei wart! Wir wünschen Euch für Euren weiteren Weg Gottes Begleitung und schützende Hand! Mit viel Tränen verabschiedeten wir uns nach dem Gottesdienst auch von unseren Gastgebern und traten den Heimweg an. Andreas brachte uns wieder sicher in die Heimat. Das Wetter war heute nicht ganz so schlecht wie bei der Anreise und auch der Verkehr lief besser. Wir freuen uns schon auf Himmelfahrt 2010 - da werden wir in Neudorf (Erzgebirge) zu Gast sein!

Wir bedanken uns herzlich bei allen, die diese Tage möglich gemacht haben:
- bei unseren Gastgebern, die sich nicht gescheut haben, uns einzuladen und zu beherbergen;
- bei Familie Weller, die nicht nur ihre Kirche, sondern auch ihre Wohnung geöffnet und uns liebevoll aufgenommen haben;
- bei unseren Chormuttis, die wieder super gekocht haben, aber auch manche Träne wegwischten und kratzenden Hälsen und grummelnden Bäuchen etwas entgegen zu setzen hatten;
- bei Verona, die das alles vorbereitet und organisiert hat und mit ihren drei Kindern trotzdem alles so ruhig im Griff hatte;
- bei Lutz, der mit uns den musikalischen Teil unserer Reise zu verantworten hatte;
- bei den Eltern, die für ihre Kinder gespendet und sie unserer Obhut anvertraut haben;
- bei Andreas, der uns sicher von A nach B, von Deutschland in die Schweiz, von Wädenswil nach ... usw. gebracht hat.
Nicht zuletzt bedanken wir uns bei unserem Herrn und Gott, dass er uns behütet und bewahrt und uns auch wieder gut nach Hause gebracht hat.