Die Schmetterlinge in Raschau


Am Himmelfahrtstag (25.5.) füllte sich die Evangelisch-methodistische Johanneskirche in Raschau so gegen 10.00 Uhr mit einer laut schwatzenden Schar von Schmetterlingen aus allen Teilen Sachsens. Alle haben sich auf dieses Wiedersehen gefreut. Nun war es endlich so weit. Eva, die als Raschauerin ja Heimvorteil hatte, begrüßte alle herzlich und hielt eine Andacht. Dann begannen auch schon die Proben. Wir wollten keine Zeit verlieren, schließlich hatten wir viel vor an diesem verlängerten Wochenende. Es zeigte sich, dass in dieser Kirche das Singen sehr leicht fällt - eine angenehme Akustik! Zunächst übte Lutz mit uns ein paar neue Lieder. Zwei davon wollten wir schon morgen vor Publikum singen. Es ging erstaunlich gut. Lutz war sehr zufrieden. Nach einem leckeren Mittagessen (was wohl - na klar: Makkaroni mit Wurst und Tomatensoße) ging es auch gleich weiter. Jetzt kamen die Lieder dran, die wir für Freitag-Abend brauchen würden. Es zeigte sich, dass unsere Textlernmuffel tatsächlich zu Hause was gemacht hatten. Das ist auch wichtig, Leute! Weiter so! Es kann noch besser werden! Die Probe ging gut voran, so dass Lutz zum Abendbrot recht zuversichtlich dem kommenden Freitag entgegen blickte. Florian M. - einer unserer Jüngsten - war von diesem Probentag so geschafft, dass er stehenden Fußes nach Hause wollte. Aber er fand tröstende Schmetterlinge, die ihn wieder aufbauten. So gegen 19.00 Uhr ging es dann in die Quartiere. Allen, die den Schmetterlingen ein Quartier zur Verfügung gestellt haben, ein herzliches Dankeschön!

Der Freitag (26.5.) begann für uns um 9.00 Uhr. Manche guckten noch ganz schön müde aus der Wäsche. Die Nacht haben wohl einige mehr erzählt als geschlafen. Eva hielt wieder eine Andacht und machte uns munter mit einigen Liedern aus dem neuen Jugendliederbuch unserer Kirche: "himmelweit". Auch heute war Ziel der Probe, die für heute Abend geplante "geistliche Abendmusik" vorzubereiten. Anna-Maria musste heute zu Hause bleiben - sie hatte Halsschmerzen. Dabei wär sie soooo gern dabei gewesen. Für das Mittagessen hatten sich unsere Chormuttis was ganz besonderes einfallen lassen: es gab Spargel im Schinkenmantel. Leute, war das wieder lecker! Hmmm. Auch die Instrumentalisten übten heute kräftig ihre Stücke, schließlich wollten sie ja heute Abend auch fit sein. Am Nachmittag hat Lutz uns dann etwas mehr Zeit gegeben- schließlich mussten die Texte der neuen Lieder noch in den Kopf rein und wir sollten auch einigermaßen ausgeruht sein für den Abend. Um 19.00 Uhr war es dann so weit. Die Schmetterlinge betraten die gut gefüllte Johanneskirche und schmetterten in den folgenden 90 Minuten unüberhör- und unübersehbar die freudige Botschaft heraus, dass Gott die Menschen liebt und dass es sich lohnt, IHM zu vertrauen. Es gelang alles ganz gut, auch die neuen Lieder. Und, wir waren uns sicher, die kleinen Unsauberkeiten und Unsicherheiten wird uns Lutz morgen unter die Nase reiben. So ist er halt ... Den Chormuttis wurde an diesem Abend besonders gedankt für ihre Liebe zu den Kindern. Ein kleiner Blumengruß drückte all das aus, was sie für uns sind. Es gab "Engelsgesichter". Toll, was?

Am Samstag (27.5.) trafen wir uns auch um 9.00 Uhr. Heute sah der Tag aber ganz anders aus als sonst, denn wir bereiteten uns auf den Rundfunkgottesdienst vor, der am Sonntag früh stattfinden sollte. Am Vormittag übten wir die Lieder und Instrumentalstücke, die wir für den Sonntag brauchten. Nach einer Milchpause mussten wir ganz andere Dinge üben: Zwischen den einzelnen Programmpunkten des Gottesdienstes dürfen jeweils nur 5-6 Sekunden vergehen. Wie macht man das aber, wenn verschiedene Leute mal singen, mal was lesen, mal ein Instrument spielen? Nun, das muss geübt werden. Wie komme ich schnell und lautlos zur richtigen Zeit an die richtige Stelle? Das war ganz schön schwer, aber wir haben uns konzentriert und für jedes Problem eine Lösung gefunden. Dann gab es Mittagessen - auch das wieder oberlecker! Ofensuppe mit Reis. Ihr wisst nicht, was das ist? Dann schreibt ne Mail an Estrid oder Andrea, die können Euch das Rezept geben. Nach dem Mittagessen ist Eva mit uns wandern gegangen, denn der MDR baute in der Kirche die Technik auf - Mikros und so. Ab 15.30 Uhr wurde es ernst. Soundcheck war angesagt. Der ganze Chor und jede einzelne Gruppe, sogar jeder einzelne Sprecher musste extra erscheinen, um die Mikros einzurichten. Puh, war ne ganz schöne Arbeit. Lustig war ja, als für Lutz eine "Hitsch" besorgt werden musste, damit er überhaupt an das Sprechermikro rankam. Sah lustig aus. Als dann alles eingestellt war, gaben Pastor Maas und der Tonmeister (das waren die Leute vom MDR) noch einige technische Hinweise. Danach, so gegen 17.15 Uhr, startete die Generalprobe - der Gottesdienst für Sonntag wurde also schon mal richtig durchgeprobt. War auch gut so, denn im Eifer des Gefechts standen die Querflöten an der falschen Stelle - da war gar kein Mikro aufgebaut ... Aber sonst ging alles recht gut, die Leute vom MDR waren zufrieden mit uns. Und wir waren ein wenig entspannter, als wir merkten, dass wir ganz gut vorbereitet waren. Nach dem Abendbrot ging es dann wieder in die Quartiere. Übrigens feierten wir heute auch den 10.Geburtstag von Anna-Maria, die zum Glück wieder dabei sein konnte, ihr Hals hatte sich beruhigt! Herzlichen Glückwunsch!

Der Sonntag (28.5.) war gekommen. Auch heute sah das Wetter eher trostlos aus - nur Regen und Wind. Aber das störte uns wenig. Wir waren ganz schön aufgeregt. Um 9.00 Uhr waren alle Schmetterlinge da (bis auf die, die nicht da waren, weil sie wieder mal zu spät aus dem Nest kamen). Zunächst war Ansingen angesagt. Dann übte Lutz noch mal die Dinge mit uns, die ihm gestern bei der Probe aufgefallen waren. 9.45 Uhr mussten alle auf ihren Plätzen sein, auch die Gemeinde. Es gab noch ne Probe für den Gemeindegesang - schließlich soll sie ja auch im Radio zu hören sein. Dann wurde es ernst. 10.00 Uhr näherte sich. Pastor Maas zählte die Minuten herunter, und schließlich leuchtete die rote Lampe auf - es ging los. Unser Orchester spielte das Präludium. Und sie spielten es gut! Nach den ersten beiden Liedern hatte sich unsere Nervosität dann auch gelegt. Alle waren sehr aufmerksam. Es klappte auch alles ganz gut. Ein paar Kleinigkeiten, o.k. - aber es hat einfach richtig Spaß gemacht. Und das hat man wohl auch gehört. Eva hielt eine gute Predigt, Lutz fiel nicht von der "Hitsch" runter, die Schmetterlinge sangen frisch und fröhlich und vergaßen auch ihren Text nicht, keiner knallte gegen ein Mikro und der Jugendchor gab am Ende noch mal richtig Gas - geschafft. 11.00 Uhr. Die rote Lampe ging aus. Was, schon eine Stunde vorbei? Dann plötzlich lautes Klatschen in der Kirche - Gemeinde und Schmetterlinge waren erleichtert und fröhlich. Noch ein paar Ansagen für die Schmetterlinge und die ansässige Gemeinde. Und dann kam unser "Rausschmeißer" - eins unserer neuen Lieder: "Halleluja lobt den Herrn". Gut, so richtig konzentrieren konnten wir uns nicht mehr, war aber auch nicht so schlimm. Schnell waren diese 4 Tage vergangen. Eigentlich wollte keiner der Schmetterlinge nach Hause. Doch ab morgen läuft ja wieder der Alltag! Aber immerhin, bis zum nächsten Zusammentreffen der Schmetterlinge sind es ja "nur noch" 148 Tage - Simon hat sie nämlich gezählt ...

Vielen Dank an alle Schmetterlinge für diese schönen Tage! Es hat Spaß gemacht, mit Euch zu arbeiten, zu singen und zu lachen! Vielen Dank an die Chormuttis Helke, Estrid und Andrea - Ihr habt lecker gekocht und seid für alle Wehwehchen da - schön, dass es Euch gibt! Danke an die Gemeinde in Raschau und den Gemeindepastor Hans-Peter Helm, dass Ihr uns aufgenommen und beherbergt habt! Danke nicht zuletzt an Gott, der die ganze Zeit seine Hände über uns gehalten und uns gesegnet hat.

Wir freun uns schon aufs nächste Mal, Eure Eva und Lutz.


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