Die Schmetterlinge in Ostfriesland (Gemeindebezirk Neuschoo)


Montag, 20.10.:

Am Montag war es nun endlich so weit: Die Schmetterlinge gehen auf Tour! Um 6.30 Uhr gings in Antonsthal los. Pünktlich war der Bus vom Unternehmen Meichsner aus Schönheide da. Unser neuer Busfahrer, Andreas, machte gleich von Anfang an einen guten Eindruck. Alles wurde im Bus verstaut und an mehreren Stationen die Schmetterlinge eingesammelt - in Schwarzenberg, Aue, Zwickau und an der Leipziger Autobahn. Die Wiedersehensfreude war groß, es gab viel zu erzählen. Und nicht zuletzt waren wir alle gespannt auf das Ostfriesland.
Nach über 650 km und 10 1/2 Stunden Busfahrt (inclusive Pausen versteht sich) näherten wir uns dem Ziel. Die Kirche in Neuschoo liegt eigentlich gar nicht in Neuschoo, oder anders ausgedrückt: Neuschoo ist eher ein Gebiet als ein Ort ... Und wir dachten schon, erzgebirgische Dörfer seien klein ... Dafür beeindruckte uns der riesige Parkplatz vor der Kirche.

Wir befinden uns übrigens auf historischem Boden - im Jahr 1869 wurde diese methodistische Kirche gebaut - deutlich früher als die methodistischen Kirchen und Kapellen in unserem Raum.
Die Gemeinde hatte sich auf unsere Ankunft gut vorbereitet und ein tolles Abendessen bereit gestellt. Es war richtig lecker. Und nach der langen Fahrt schmeckte es uns auch sehr gut. Nach dem Abendessen nahmen wir die Kirche in Besitz: die Instrumente wurden ausgepackt, erste Töne erklangen und überall wuselte es herum.
Dann ging es zur Quartierverteilung. Dabei fand auch jede und jeder sein Bett. Auch das war toll vorbereitet. Müde und erschöpft sind wir dann in die Quartiere. Wir haben uns gleich wie zu Hause gefühlt. Danke!

Dienstag, 21.10.:

Am Dienstag Morgen haben wir uns schon um 8 Uhr zum Frühstück getroffen - Lutz hatte mit seiner Kleinbusbesatzung aus dem Quartier in Dornum kommend die Brötchen geholt. Das war gleich die erste Herausforderung für die Chormuttis - denn die Ostfriesen wissen mit bestellten "Semmeln" nix anzufangen - wir waren also von doppelten ausgegangen, der Bäcker hatte aber nur 50 einfache Brötchen für uns bereitgestellt. Also wurden schnell noch die alten von gestern aufgebacken - für Helke, Estrid und Andrea doch kein wirkliches Problem!
Nach einer Andacht von Verona (mit einer Geschichte und einem Kerzen-Gebet im Altarraum der Kirche) haben wir uns in die Arbeit gestürzt - Üben, Üben, Üben. Angefangen haben wir zunächst mit einigen schon lange bekannten Liedern, dann haben wir aber auch neue gelernt - "Ich möchte rappen" zum Beispiel. Schnell wurde dieses Lied der absolute Hit! Benne hatte recht schnell die Klavierbegleitung intus und auch die anderen großen Jungs waren mit Boomwhackers, Dschembe und Shaker ganz schnell im Rhythmus drin.

Auch am Nachmittag hieß es wieder üben, üben und nochmals üben. Am meisten haben wir über die kleine Friedrun gestaut, die die ganze Zeit bei den Proben mit dabei war. Sie wollte mit ihren 4 Jahren aber unbedingt auch mit auftreten. Dafür tat sie einfach alles! Hut ab! Und wie stolz sie war, als sie IHR eigenes Schmetterlings-T-Shirt bekam!

In den Übungspausen kehrte aber keineswegs Ruhe ein - wie immer übten verschiedene Gruppen und Instrumente miteinander, z.B. der Jugendchor, der Mädchenchor, die Blechbläser, die Schröder-Sisters und die Schmiedel-Brothers usw.
Natürlich wurde auch draußen ein bisschen herumgetobt und der Kicker belagert, schließlich brauchen Kinder ja auch mal Bewegung!
Nach einem anstrengenden Tag waren alle doch ziemlich müde am Abend. Aber Lutz war zufrieden, wenn auch wieder mal einige ihren Text nicht so richtig konnten ...

Mittwoch, 22.10.:

Heute war ein ganz besonderer Tag! Maria feierte ihren 18.Geburtstag! Zu ihrer großen Überraschung tauchten plötzlich während der Probe ihre Eltern und ihre Schwester auf ...
Aber der Reihe nach: nach dem leckeren Frühstück, diesmal mit genügend Brötchen, war erst wieder Andacht mit Verona.
Dann gings ans Üben, wie immer in den ersten Tagen, wenn wir miteinander unterwegs sind. Während der Übung kamen dann Marias Eltern zum Gratulieren - und Maria machte große Augen.

Nach dem Kaffeetrinken war heute auch Prüfung angesagt: Sarah und Federico mussten ihre erste und Jule, Neele, Mariana, Martha, Joseph und Lukas ihre zweite Prüfung machen. Aber immerhin - alle haben bestanden, wenn auch nicht alle mit Sternchen, aber wir sind froh, dass alle dabei bleiben können.
Während der Prüfungen machte Anna mit dem "Rest" des Chores einfach weiter Probe. Danke, Anna!
Auch heute war der Tag ziemlich anstrengend, aber immerhin nicht so lange wie gestern - den Abend hatten wir nämlich frei bekommen zum Feiern aller Geburtstage dieser Woche - es sollten ja noch einige Geburtstagskinder kommen. Verona und Lutz machten mit uns lustige Spiele und es gab bissel was zum Naschen. Die Großen durften sogar ein bisschen länger aufbleiben und miteinander feiern.

Donnerstag, 23.10.:

Auch am Donnerstag trafen wir uns um 8 Uhr zum Frühstück und zur anschließenden Andacht. Danach wie gehabt - Probe bis Mittag. Doch heute haben wir endlich auch mal etwas unternommen! Erst sind wir gemeinsam nach Norddeich gefahren und haben mal geguckt, ob die Nordsee auch da ist - war sie nicht. Ebbe. So'n Mist. Aber Theresa, ein Gastschmetterling aus der Neuschoo'er Gemeinde, hat gleich die Schuhe ausgezogen und uns gezeigt, wie man das macht im Schlick - barfuß rein. 
Puh, war ganz schön kalt. Und windig wars außerdem!
Danach ging ein Teil von uns in das Erlebnisbad "Ocean Wave" in Norddeich, ein anderer Teil besuchte das Waloseum bei Norden. Beides war richtig gut und alle kamen auf ihre Kosten. Die Chormuttis waren auch wieder mal auf Zack - denn bevor wir wieder in den Bus stiegen, gabs Kuchen und andere leckere Dinge zum Vertilgen.
Pünktlich zum Abendbrot waren wir wieder zurück und haben sogar noch bissel geprobt, obwohl am Abend jetzt nicht mehr viel lief, alle waren viel zu kaputt ... Sepp auf jeden Fall (siehe Bild) und Lutz bestimmt auch ...

Freitag, 24.10.:

Wie üblich trafen wir uns heute wieder um 8 Uhr zum Frühstück und anschließender Andacht. Wir waren schon gespannt, ob Verona wieder so eine tolle Geschichte parat hat. Hatte sie.
Dann gratulierten wir unserer Saphira zum Geburtstag.
Auch an diesem Vormittag übten wir natürlich miteinander - die "Himmelslichter" mussten wir nochmal probieren - für heut Abend.

Nach dem we immer leckeren Mittagessen stiegen wir in den Bus und fuhren erst einmal in Richtung Esens - auch hier trennten sich, wie gestern schon, unsere Wege: die einen machten den "Klabautermann" unsicher (einen Indoor-Spielplatz) und die anderen besuchten das Esenser Holarium (ein hochinteressantes und sehr zu empfehlendes Holografiemuseum).
Danach sammelte Andreas alle wieder ein mit seinem Bus und kutschierte uns nach Edewecht, wo heute unser erster Auftritt war. Vor etlichen Jahren waren wir schon einmal da. Die Gemeinde hieß uns herzlich willkommen und hatte auch ein tolles Abendbrot für uns vorbereitet: Pizza in jeder erdenklichen Version. Und anschließend auch noch Eis. Lutz hatte schon Bedenken, ob wir überhaupt noch singen können oder bis zum Auftritt gar geplatzt seien.
Der Abend wurde richtig toll - die Kirche war gut gefüllt und wir gaben uns richtig Mühe. Im Großen und Ganzen ein gelungener Abend. Klara und Judith spielten ein tolles Instrumentalstück und auch die "Himmelslichter" kamen richtig gut bei den Leuten an. Schön war auch, dass Andreas, unser Busfahrer, mit dabei war und uns zuhörte. Er brachte uns dann auch wieder sicher nach Neuschoo zurück. Da es an diesem Abend spät wurde, dürfen wir morgen eine Stunde später aufstehen ...

Samstag, 25.10.:

Heute gab es also erst um 9.00 Uhr Frühstück. Das haben alle auch irgendwie gebraucht, so müde wie wir waren. Heute hatten gleich zwei von uns Geburtstag: Sarah A. und Verona. Herzlichen Glückwunsch euch beiden!!!
Auch heute gabs wieder so 'ne spannende Andacht mit Verona.
Danach, wie sollte es auch anders sein, war Probe angesagt - Lutz hat uns 2 neue Lieder vorgestellt, die er im Frühjahr dann mit uns singen will.
Nach dem Mittagessen sind wir wieder in den Bus geklettert und haben uns in Richtung Oldenburg in Bewegung gesetzt. Leider hat uns eine Baustelle ziemlich aufgehalten, so dass die Zeit für einen Stadtbummel in Oldenburg recht kurz war. Aber immerhin, wir konnten hier all unser Geld auf den Kopf hauen.

Als alle wieder im Bus saßen, sind wir noch ein paar Kilometer weiter gefahren nach Bookholzberg. Die dortige EmK-Gemeinde hat uns schon erwartet. Mit einem toll geschmückten Altar haben sie uns willkommen geheißen.
Ziemlich flott haben wir dann alles ausgepackt und uns eingesungen. Denn bereits um 17.00 Uhr war heute Gottesdienst angesagt. Die Kirche war ziemlich voll und es sang sich wunderschön leicht. Wir zeigten die wohl mit Abstand beste Leistung in den letzten Jahren. Die Zuhörer sind richtig mitgegangen und uns selbst hat es auch riesig Spaß gemacht.
Danach gab es ein von der Gemeinde vorbereitetes Abendbrot - ein gigantisches Buffett, auf dem es einfach alles gab. Es war unbeschreiblich ... Man konnte gar nicht alles kosten! Und irgendwie schien es auch nicht alle zu werden! Ein dickes Dankeschön nochmal an die Gemeinde in Bookholzberg.
Andreas hat uns dann wieder gut nach Hause gebracht.

Sonntag, 26.10.:

Was? Schon der letzte Tag? Kann denn das sein? Wie schnell so eine Woche vorbei ist, ist einfach nicht zu glauben

Auch heute gab es Frühstück in der Kirche. Lutz hatte mit seiner Busbesatzung Simeon, Karsten und Federico 230 Brötchen geholt - nicht nur fürs Frühstück, sondern auch für die Heimfahrt. Beim Bestellen am Vortag hat die Bäckerin aber Augen gemacht!

Nach dem Frühstück war dann gleich Ansingen, denn bereits um 9.30 Uhr ging der Gottesdienst in Neuschoo los.

Die Kirche war rappelvoll und wir hatten einen ganz guten Auftritt, obwohl einige ziemlich müde waren trotz der wegen der Zeitumstellung heute Nacht geschenkten Stunde. Tränen sind heute auch einige geflossen, denn wir haben Anna, Josephine, Maria und Gunar verabschiedet, die für den Chor zu alt geworden sind ... Die vier haben sich auf diesen Abschied vorbereitet und hatten für die Chormuttis, für Andreas, für Verona und für Lutz (ein T-Shirt mit dem Aufdruck: "Lernt eure Texte" (vorn) und "...denn ich kann auch anders" (hinten)) ganz spezielle Geschenke vorbereitet, sowie ein selbstgedichtetes Liedermedley. Ihr vier, wir wünschen Euch für Euren weiteren Lebensweg Gottes Begleitung und Segen!
Nach dem Gottesdienst wurde recht schnell alles eingepackt, denn wir hatten ja noch einen weiten Weg vor uns. Es gab typisch friesischen Nieselregen mit viel Wind. Aber Andreas brachte uns gut wieder nach Hause. Schade, dass die Zeit so schnell vorbei war. Wir wären gerne noch geblieben.

Wir bedanken uns herzlich bei allen, die diese Woche möglich gemacht haben: bei den Eltern, die es erlaubt und bezahlt haben, bei all denen, die es vorbereitet und durchgeführt haben, bei der gastgebenden Gemeinde, die uns aufgenommen hat, bei den Gemeinden, die uns eingeladen haben, bei Andreas, der uns gefahren hat, und nicht zuletzt bei Gott, der seine Hände über uns gehalten und uns gesegnet hat.
Wir freuen uns schon aufs nächste Mal - über Himmelfahrt 2009 im vogtländischen Rodewisch - da heißt es sicher nicht: "Moin, moin!", sondern: "Halloouu!" (oder so ähnlich).