Die Schmetterlinge in München


Am Montag, dem 11.Oktober 2010, gingen wir wieder mal auf große Fahrt. Diesmal war unser Ziel die bayrische Landeshauptstadt München. Die Gemeinde der Erlöserkirche (www.erloeserkirchemuenchen.de) hatte uns eingeladen, eine Woche in ihrer Kirche leben und üben zu können, und um von da aus die Stadt und ihre Umgebung anschauen und auch an einigen Orten singen zu können.
So machte sich die Schar der Schmetterlinge am frühen Montagmorgen auf den Weg. Andreas und sein Meichsnerbus sammelten uns in Raschau, Aue und Zwickau auf und brachten uns sicher nach München. Es war schon bewundernswert, wie Andreas uns mit dem riesigen Bus (60 Sitzplätze) durch das Großstadtchaos an unser Ziel brachte.

An der Erlöserkirche angekommen mussten wir ganz schnell den Bus ausräumen, denn er blockierte ja gleich die ganze Straße. Also wurde alles, was nicht niet- und nagelfest war, in die Kirche geschleppt. Das sah erstmal lustig aus - ein Riesenhaufen Gepäck in der Kirche ...
Nach einem leckeren Abendbrot, das die Gemeinde für uns vorbereitet hatte, probierten wir schon mal unsere Stimmen und Instrumente aus. - Und, nicht vergessen, Lena hatte heute Geburtstag! Gratuliert haben wir ihr schon im Bus, versteht sich. Aber es gab natürlich auch noch ein tolles Geschenk!
Gegen 20.00 Uhr kamen dann alle unsere Quartiereltern und holten uns ab - die allermeisten mussten mit der S- oder U-Bahn fahren - manche ganz schön weit. Die größte Sorge von Verona und Lutz war, ob alle durch die Großstadt ihren Weg und damit ihr Bett finden würden ...

Am Dienstag, 12.Oktober, war vereinbart: um 9.00 Uhr beginnt unser Probentag mit einer Andacht. Und tatsächlich, fast alle waren pünktlich da, nur einige wenige hatten eine Bahn verpasst und kamen ein paar Minuten zu spät. Puh ... Nach einer Action-Andacht mit Verona gratulierten wir unserem Dominik (rechts) zu seinem Geburtstag und stürzten wir uns in die Arbeit. Üben, üben, üben ... zwischendurch immer mal Text lernen - das war in dieser Woche irgendwie unsere schwache Seite.
Unsere Chormuttis (Helke, Andrea, Conny und Dagmar - von links) haben uns, wie immer, perfekt verpflegt - das Essen war lecker und reichte für alle, es gab Obst und Tee, Milch und Halsbonbons ... Danke Ihr vier!
Lutz hat uns heute ganz schön gestresst in den Proben, aber deswegen sind wir ja auch hier und es macht Spaß! Heute Abend mussten dann alle allein ihr Quartier finden - aber alles war, Julia und Verona sei Dank, so gut organisiert, dass das kein Problem war und jeder sein Bett gefunden hat.

Mittwoch, 13.Oktober: Auch heute hieß es wieder: früh aufstehen! 9.00 Uhr war Andacht und anschließend Probe. Am Vormittag wurden die Chor-T-Shirts anprobiert und die neuen (rot und türkis!) an den Schmetterling gebracht. Sogar Lutz hat eins gefunden, was ihm passt - in türkis! Steht es ihm nicht gut? Dann stürmten wir die U-Bahn und machten uns auf den Weg nach "Martha-Maria", dem Altenpflegeheim unserer Kirche in München. Dazu bildeten wir Kleingruppen, immer ein Großer und ein paar Kleinere, damit niemand in der Bahn verloren geht. Wir sind auch vollständig dort angekommen und wurden in der Mitarbeiterkantine perfekt verpflegt - ein gaaaaanz leckeres Mittagessen. Anjana hat eine riesige Portion Fisch verdrückt und Joseph aß sogar mehr, als er vertragen konnte (wie sich nach dem Konzert herausstellte ...). Pastor Schard hatte uns bereits begrüßt, er führte uns auch jetzt an den Ort, wo wir uns einsingen und umziehen konnten. Inzwischen kamen die Gäste und freuten sich schon auf uns. Um 15.00 Uhr war es dann soweit, unser Bläserkreis machte den Anfang. Nach einer guten Stunde mit Liedern, Instrumentalstücken und Lesungen schauten wir in freudige und dankbare Gesichter.
Nun fuhren wir mit der Bahn wieder ins Zentrum. Das Rathaus war unser Ziel - und hier trennten sich unsere Wege - einige wollten unbedingt shoppen, andere waren mit einer Stadtführung unterwegs: Rathaus, Isartor, Hofbräuhaus (siehe Foto rechts), Dallmayr, Dom - das waren nur einige Stationen auf unserem Weg quer durch die Stadt. Zum gemeinsamen Abendbrot trafen wir uns dann wieder. Noch ein paar Töne singen und dann ging es ab in die Quartiere. War auch bitter nötig, denn wir waren alle ziemlich müde und kaputt ...

Donnerstag, 14.Oktober: Heute konnten es die meisten ein wenig ruhiger angehen. Um 10.00 sollten wir uns an den Pinakotheken treffen - wir wollten mit dem Bus nach Salzburg fahren. Da aber Ede's Insulinpumpe streikte, verzögerte sich die Abfahrt ein wenig ... Aber kurz nach 11 konnten wir dann endlich starten. Nach guter Fahrt erreichten wir unser Ziel und packten schnell die Instrumente und Auftrittssachen aus dem Bus. Unsere Chormuttis hatten leckere Fressbeutel vorbereitet. Nach der Stärkung teilten wir uns in zwei Gruppen - die einen besuchten die Festung Salzburg, die anderen statteten Wolfgang Amadeus Mozart einen Besuch ab. Tolle Führungen haben die Gruppen hier erlebt, danke! Ein bisschen Zeit zum Bummeln blieb auch noch.
Zum Ansingen trafen wir uns dann in der EmK wieder - fast alle pünktlich. Leider waren an diesem Abend nicht viele Leute gekommen, dennoch hat es sehr viel Spaß gemacht, in Salzburg zu singen; und die, die da waren, haben sich mächtig gefreut (mit Katja und Thomas waren gleich zwei Ex-Schmetterlinge da, die schon vor einigen Jahrzehnten den Chor verlassen haben). Vielen Dank auch noch mal an Pastorin Ester Handschin für die Gastfreundschaft in ihrer Gemeinde! Andreas brachte uns alle auch wieder gut nach München zurück, auch wenn es ziemlich spät war. Aber kurz vor Mitternacht waren alle wieder in ihren Quartieren.

Weil es gestern Abend so spät wurde, fingen wir heute, am Freitag, den 15.Oktober, ein bisschen später an als sonst. 10.00 Uhr war Andacht und Probe angesetzt. Auch heute hatten wir so einiges vor - nach den Proben und dem Mittagessen machten wir uns mit der U-Bahn auf den Weg ins Deutsche Museum. Ein tolles Ding übrigens ... Wir waren in verschiedenen Gruppen unterwegs - einige hatten eine Führung beim Schiffsbau, andere versuchten sich in der Glasbläserei, wieder andere konnten im Gen-Labor ihre DNA isolieren und einige waren beim Metallgießen "schwer" beschäftigt (Leah glaubte bis zuletzt, sie habe Quecksilber gegossen ...). Für die allermeisten war das ein äußerst interessanter Nachmittag.
Nach den Führungen trennten wir uns - einige blieben noch, um das Museum weiter zu erkunden, andere "mussten" einfach noch mal shoppen gehen, schließlich war man ja in MÜNCHEN! ... Aber alle haben dann irgendwie wieder in die Erlöserkirche zurück gefunden, wenn auch Anjana einen kleinen unfreiwilligen Umweg einbaute ... ;-) Aber sie ging zum Glück nicht verloren.

Nach dem Abendbrot gab es unseren traditionellen Chorabend - ein lustiger Abend mit Spielen und viel Knabberzeug, diesmal das erste Mal vorbereitet vom Vorstand des Chores! Dabei haben wir unsere Helke zünftig gefeiert (Bild links), denn sie war nun das letzte Mal mit dabei und wurde von uns verabschiedet. Sie hat den Dienst der Chormutti über etwa 40 Jahre hinweg getan, für uns alle einfach eine unvorstellbar lange Zeit. Natürlich ist dabei auch die ein oder andere Träne geflossen.
Wir haben auch drei zu groß gewordene Schmetterlinge verabschiedet: die JoJoJo's (Johann, Jonathan und Johannes - Bild rechts, von links), die sich für diesen Abend auch etwas Besonderes haben einfallen lassen - ein kleines Kulturprogramm und schöne Erinnerungsgeschenke für die Mitarbeiter des Chores.
Am Ende des Tages waren einige ziemlich geschafft - bei Verona und Lutz sieht es zumindest grad so aus, oder? Bei den Kindern soll es aber nicht viel anders gewesen sein.
Kurz nach 21.00 Uhr, also ein Stündchen später als sonst, ging es dann wieder in Richtung Quartiere. Einige haben dabei ihre Bahn verpasst und kamen recht spät erst da an, stimmt's, Andreas und Lutz?

Auch heute, am Samstag (16.Oktober), konnten wir ein bisschen länger schlafen. Denn auch heute ging es erst um 10.00 Uhr los. Und es war noch einmal Proben angesagt - Lutz stellte uns das neue Musical vor - "David, ein echt cooler Held". Die, die in Recklinghausen dabei waren, kannten es ja schon. Wichtig, Leute: übt zu Hause schon mal die Texte und die Instrumentalbegleitung!
Auch heute hatten wir ein Geburtstagskind - Leon (hier auf dem Bild ganz verklärt ...)
Am Nachmittag haben wir dann noch die Kirche gesäubert und aufgeräumt und sind dann wieder zur Bahn, denn wir hatten ja heute einen Auftritt in der Münchner Friedenskirche. Wir sind zwar alle gut angekommen, aber Richard hat es tatsächlich hingekriegt, in der Bahn seine Auftrittssachen zu vergessen ... Aber immerhin konnte ihm jemand was borgen ...

Nach einem Würstchen- und Maultaschen-Abendbrot, das uns die Gemeinde vorbereitet hat (ein großes Dankeschön!!!), wurde es dann ernst - unser Gottesdienst begann. In der Friedenskirche war eine tolle Akustik, und es war einfach herrlich, da drin zu singen - Veronas Tanz zeigte das ... Ok, es hätten ein paar mehr Zuhörer da sein können ... Aber wir haben für die, die da waren, unser Bestes gegeben.
Gleich von da aus ging es diesmal in die Quartiere. Und auch alle Nachtschwärmer, die mit Genehmigung noch ein bisschen unterwegs sein durften, waren einigermaßen pünktlich im Bett.

Heute, am Sonntag, (17.Oktober), war schon unser letzter Tag. Da hieß es Koffer packen, Abschied nehmen und rechtzeitig da sein, um ansingen zu können. Das haben leider nicht alle geschafft ... Lutz hat sie entsprechend empfangen!
Diesmal war die Kirche bis auf den letzten Platz gefüllt und wir dankten mit unseren Liedern unseren Gastgebern herzlich für ihre Gastfreundschaft. Es war eine herzliche Atmosphäre und es hat riesig Spaß gemacht, den Gottesdienst dort zu gestalten.
Danach gab es noch leckere Waffeln zu knabbern. Andreas holte inzwischen den Bus. Dann alles einladen und die Tränen begannen zu fließen - Abschied nehmen. Sarah und Lina verließen uns ja schon in München.
Endlich saßen alle im Bus, die Tränen waren wieder getrocknet und die große Müdigkeit zog ein. Den ersten Teil der Fahrt haben etliche von uns verschlafen.
Gegen Abend sind wir dann auch alle wieder zu Hause gewesen und konnten uns freuen auf die Schule, die morgen wieder losging ...

Wir danken allen, die zum Gelingen dieser Reise nach München beigetragen haben! Und wir danken Gott für alles Behüten unterwegs und für die Freude, die er uns geschenkt hat. Es ist ja nicht mehr lang, bis wir uns wiedersehn - Himmelfahrt 2011 in Zwickau!