Die Schmetterlinge in Lückendorf (Oberlausitz)


Unsere Herbsttour führte uns diesmal in die obere Oberlausitz, nach Lückendorf. Dort im Dreiländereck (Polen, Tschechien und Deutschland) waren wir diesmal untergebracht in der Evangelischen Freizeit- und Bildungsstätte Lückendorf; Gabler Straße 13, 02797 Lückendorf (www.ev-bildungsstaette-lueckendorf.de). 

 

Hier nun der Bericht von dem, was wir in dieser Woche erlebt haben:


Am Montag, dem 23.10.2006, war es wieder soweit – „Die Schmetterlinge“ gingen auf ihre Herbst-Tour. Pünktlich um 7.00 Uhr kam Jürgen, unser langjähriger Busfahrer, in Antonsthal an. Zunächst mussten die Instrumente, die Küchenutensilien, die Lebensmittel und das Gepäck verstaut werden. Mit etwas Verspätung nahmen wir die Fahrt in Richtung Oberlausitz auf. Nach und nach füllte sich der Bus – in Schwarzenberg, Aue, Chemnitz und Dresden hatten wir unsere Zustiegsstellen. Alle waren schon riesig gespannt, was sich Eva für uns ausgedacht hatte. Sie redete dauernd von einer Überraschung und von Königen und Trollen und so’n Zeugs. Doch als wir an der Kulturinsel Einsiedel bei Görlitz ankamen (wer mehr wissen will: www.kulturinsel.de), staunten wir nicht schlecht, als wir da aufgespießten Autos, total irren Baumhäusern und dem König Bergamo sowie den beiden Trollen Modelpfutz und Bodelmutz begegneten. Durch unterirdische Labyrinthe konnten wir uns tasten, über Schwindel erregende Brücken klettern, uns optischen Täuschungen hingeben und ständig neue Dinge entdecken. Mittendrin war auch eine Bühne, auf der wir ein kleines Konzert gaben – was allerdings nicht ganz einfach war, denn wir hatten ja noch nicht geübt. Nun ja, danach wussten wir zumindest, dass Üben VOR einem Konzert auch nicht schlecht und wohl doch zu empfehlen ist … Gegen Abend kamen wir in Lückendorf im Rüstzeitheim an – ein ruhiges Fleckchen Erde, kurz vor der tschechischen Grenze, von der uns nur wenige Meter trennten. Nach einem leckeren Abendbrot, das unsere Chormuttis innerhalb kürzester Zeit zauberten, saßen wir noch einmal zusammen, um die organisatorischen Dinge zu besprechen, Noten auszuteilen und Aufgaben zu verteilen. Offiziell war um 22.00 Uhr Nachtruhe angesagt – das klappte allerdings nicht so gut. Viele waren tüchtig aufgedreht und kamen nur langsam zur Ruhe …


Der Dienstag begann mit einem leckeren Frühstück und einer Andacht, die Eva uns hielt. Und - Saphira hatte heute Geburtstag! Wir gratulieren ganz herzlich! In den Andachten dieser Woche ging es immer um Elia - sehr interessante und irgendwie auch aktuelle Geschichten! Eigentlich hatten wir die Möglichkeit, in der örtlichen Lutherischen Kirche zu üben – aber dazu war es einfach zu kalt – diese Kirche kann nämlich nicht beheizt werden. So nisteten wir uns im Gruppenschlafraum der großen Jungs ein, um zu üben. Ansonsten war der Tag ziemlich anstrengend – eigentlich immer Probe, wenn wir von den Pausen mal absehen. Nach dem Mittagessen (Spirelli mit oder ohne Wurst, mit oder ohne Käse, mit oder ohne Tomatensoße) mussten die Schmetterlinge mal „gelüftet“ werden – so trieb Eva uns ins Freie zu einer kleinen Wanderung auf Flur und Feld. Lutz und einige andere haben ganz schön gejapst, als es den „Stich“, wie Jürgen dieses Stück Weg genannt hat, hinaufging. Schon erstaunlich, wie unsere Eva mit ihrem Babybauch so den Berg hoch sauste … Unsere flotte Christina hat es dabei ganz schon auf den Allerwertesten gesetzt. Am Nachmittag haben wir ein neues Chor-Vorstands-Mitglied gewählt – für die aus dem Chor ausgeschiedene Hella rückte die mit großer Mehrheit gewählte Sophia Eibisch nach. Herzlichen Glückwunsch! Nach dem Abendbrot war dann Prüfung angesagt: Sieben Kinder mussten ihre zweite Prüfung ablegen, um richtige Schmetterlinge zu werden, sechs von ihnen habens aus wirklich geschafft! Wir freuen uns, von Euch verstärkt zu werden, und sind natürlich traurig darüber, dass es nicht alle sieben geschafft haben ... Heute flossen auch einige Heimwehtränen, aber der Wille, bei den Schmetterlingen dabei zu bleiben, war stärker als das Heimweh! Wir freuen uns!!!!! 

 

Der Mittwoch begann wieder um 8.00 Uhr mit Frühstück und anschließender Andacht. Der Vormittag war dann ausgefüllt mit Proben – vor allem die „Himmelslichter“ und unser neues irisches Lied „Was ich erträume“ waren dran. Nach dem Mittagessen – Knödel mit Gulasch, Rotkraut und/oder Mischgemüse – stiegen wir in Jürgens Bus und fuhren nach Oybin. Dort kraxelten wir abertausende Treppen hinauf auf den Oybin. Natürlich schauten wir in die Bergkirche hinein, die zum Teil richtig aus dem Stein gehauen wurde. Als wir oben angekommen waren und Lutz wieder Luft bekam, erwartete uns eine interessante Führung durchs Mittelalter. Fachkundig und detailliert wurde uns die Burg, die Klosterkirchenruine und manches andere erklärt. Die Ruine hat eine beeindruckende Akustik – wir durften dort sogar einige Lieder singen und hatten etliche Zuhörer, die dann spontan Beifall spendeten. Den Abschluss der Führung bildete ein Rundgang um den ganzen Berg herum – durch schmale Felsspalten hindurch. Alle hatten natürlich Angst um Lutz, dass er in so einer Spalte stecken bleibt, aber offensichtlich kam er überall durch, denn am Bus stieg er tatsächlich wieder mit ein. Wie er das nur gemacht hat?! Auf der Heimfahrt stürmten wir den hier wohl einzigsten Supermarkt in der Gegend. Endlich Gelegenheit zum Geldausgeben! Nach dem Abendbrot waren noch diverse Proben angesetzt: Jugendchor, Mädchenchor, Bläser, Instrumente, Textlernstunde. Offiziell war um 22.00 Uhr wieder Nachtruhe – aber wohl nur offiziell. Na, wenn die Schmetterlinge dann mal zum Konzert fit sind … hoffen wir es einfach!

 

Auch der Donnerstag begann um 8.00 Uhr mit Frühstück und Andacht. Danach wurde wieder geprobt – heute experimentierten wir ein bisschen – Solo, Quartett, Orchester, Summen usw. Hat richtig gefetzt. Dabei entstand auch die Liedvariante: „Eine Handvoll Erdbeern…“. Nach dem wie immer superleckeren Mittagessen (Kartoffeln, Rührei und Gurkensalat) fuhren wir nach Großschönau ins Erlebnisbad Trixi. Die Begrüßung war zwar ein bisschen robust – offensichtlich sah man in uns potentielle Randalierer – aber dann wurde es doch richtig cool. Helke macht allen Blödsinn mit, sauste durchs Wildwasserbecken, selbst die Rutsche war vor ihr nicht sicher. Apropos sicher: Jürgen brachte uns auch wieder sicher nach Hause. Auf die Frage, warum er eigentlich mit im Bad war, wo er doch auch am Schluss noch trocken war, antwortete er nur, dass er Wasser abweisend sei, so dass sich keine Tropfen an ihm hielten. Nun ja, wir mussten es halt glauben. Vielleicht war er aber auch nur wasserscheu? Wer weiß, wir werden es wohl nie erfahren. Nach dem Abendbrot (Pizzabrötchen!!!!!) passierte nicht mehr viel – einige mussten noch Texte lernen, der Mädchenchor musste noch mal üben, denn sie hatten sich einen Trommler gesucht (Martin – jaja, Martin im Mädchenchor - man höre und staune!), und auch der Bläserchor musste noch mal ran. Auch heute war offiziell um 22.00 Uhr Nachtruhe. Offiziell ...

 

Auch der Freitag machte keine Ausnahme: 8.00 Uhr Frühstück und anschließend Andacht. Danach probten wir noch einmal die Stücke, die für unser heutiges Konzert gebraucht wurden. Als wir am Mittag zum Essen wollten, war dies noch gar nicht fertig. Aber die Schmetterlinge stellten sich trotzdem schon an und sangen volle 20 Minuten von ihrem Hunger und Appetit nach der Melodie: Wade in the Water. Endlich war es so weit, eine leckere Reispfanne wurde gierig verdrückt. Viertel zwei startete Jürgen den Bus in Richtung Görlitz. Dort empfing uns der ansässige Pastor (Reinhard Melzer). In der Reformierten Gemeinde (gegenüber der EmK-Gemeinde; in der Blumenstraße 58, in 02826 Görlitz) machten wir zunächst eine Stellprobe und uns mit den akustischen Gegebenheiten vertraut. Dann machten wir uns auf in die Innenstadt von Görlitz – die Kinder wollten natürlich einkaufen, die Erwachsenen etwas von der historischen Altstadt sehen. Faszinierend war das Bibelhaus, an dessen Fassade Szenen aus dem Alten und Neuen Testament abgebildet sind. Auf einem Platz im Stadtzentrum gaben wir noch ein Live-Konzert, das sehr unterschiedlich aufgenommen wurde. Einige Jugendliche versuchten, uns zu stören, buhten und warfen sogar Gegenstände nach uns. Andere Passanten blieben stehen und suchten hinterher das Gespräch mit uns. Nach einem leckeren Abendimbiss folgte das Konzert des heutigen Abends. Eine kleine Gemeinde hatte sich versammelt, die aber sehr dankbar für unser Kommen und für die gehörte und erlebte Botschaft war. Lutz war ganz zufrieden mit dem Konzert, auch wenn nicht alles ok war – der Einsatz der Bässe bei „Freedom is coming“ ging daneben und auch bei den Himmelslichtern war nicht alles bestens gelaufen – bei einem Stück war der Text eher ein Suchspiel … Im Großen und Ganzen war es aber ein gutes Konzert. Während des Konzertes bedankten wir uns bei unseren Chormuttis für ihren Einsatz bei uns. Andrea feierte sogar ihr 10jähriges Kinderchorjubiläum! Schön, dass Du da bist, Andrea! Helke musste uns heute verlassen, da sie am Wochenende etwas vorhat, und wurde natürlich entsprechend lautstark bejubelt. Weil Christinas Blase nicht mehr lange hielt und einige einen Riesenhunger hatten, mussten wir auf dem Rückweg nach Lückendorf sogar noch mal Pause machen – die Chormuttis verfütterten den restlichen Kuchen, der noch im Bus war, und die Äpfel, die wir von der Görlitzer Gemeinde bekommen hatten. Gegen 22.00 Uhr kamen wir wieder in Lückendorf an. Die Kleinen gingen gleich zu Bett, die Großen sollten so bis 24.00 Uhr folgen. Ob das auch so geklappt hat, wird hier offen gelassen …

 

Am Samstag konnten wir erstmal eine halbe Stunde länger schlafen, Eva und Lutz hatten Erbarmen mit uns. Nach Frühstück und Andacht folgte das Übliche: Probe. Allerdings wirkten die Schmetterlinge heute sehr müde, offensichtlich waren doch nicht alle bis 24.00 Uhr im Bett gewesen ... Gleich nach dem Mittagessen (Maultaschen) startete der Bus in Richtung Schmetterlingshaus Jonsdorf. War doch klar, dass wir als Schmetterlinge das Schmetterlingshaus besuchen! Das war auch wirklich Klasse - die kleinen und großen Schmetterlinge ganz aus der Nähe zu sehen. Einige wirkten offensichtlich so anziehend, dass sie zu Landeplätzen für die echten Schmetterlinge wurden. Nach einigen Liedern und einer Einladung an die anderen Gäste zu unserem Konzert in der Jonsdorfer Evangelisch-Lutherischen Kirche (Zittauer Str. 48, 02796 Jonsdorf), machten wir uns auch gleich dorthin auf den Weg. Zunächst gab es einen kleinen Imbiss, dann folgte unser Konzert, das im Rahmen des 275jährigen Jubiläums der dortigen Kirche stattfand. Wir gaben uns besondere Mühe, weil es die Heimatgemeinde unserer Eva ist! Es war sehr lustig, mit der Gemeinde den Kanon "Jauchzet dem Herrn alle Welt" einzuüben. Lutz holte sich zur Verstärkung der Rhythmusgruppe sogar Leute aus der Gemeinde nach vorn. Für Evas Eltern sangen wir heute "Was ich erträume" - es hat ihnen offenbar gefallen. Nach dem Konzert gab es noch viel zu Essen und zu Trinken - die Gemeinde hat sich richtig was einfallen lassen. Danke! Bevor wir wieder nach Hause düsten, fuhr Jürgen uns noch nach Zittau. Dort hieß es: Klavier und Instrumente auspacken und Stellprobe, weil es am morgigen Sonntag zeitlich sicher knapp werden würde. Nachdem auch das erledigt war, ging es wieder nach Lückendorf. Heute stand unser bunter Abschlussabend auf dem Programm. Viele Schmetterlinge hatten sich etwas ausgedacht: wir sahen die Königswalder Feuerwehr, hörten einem kaputten Radio zu, lernten Jürgens Sohn kennen und machten etliche lustige Spiele. Vielen tat der Bauch vom Lachen weh. Der Höhepunkt aber war die Jam-Session, die schon jeden Abend geprobt hatte: viele Schmetterlinge spielten unser "Hunger"-Lied auf Instrumenten. Wer meint, das sei ja nichts besonderes, der irrt gewaltig, denn alle hatten sie ein Instrument, dass sie eigentlich nicht selber spielen. Wir konnten vor Lachen kaum auf dem Stuhl sitzen bleiben ... einfach toll. Aber was will ich da beschreiben, man muss es einfach erlebt haben. An diesem Abend wurde es sehr spät, da half auch die Stunde Gewinn durch die Zeitumstellung nicht viel ...  

 

So guckten wir am Sonntag Morgen ganz schön kariert aus der Wäsche, als es hieß: aufstehen, packen, kehren usw. Irgendwie haben wir es aber doch hingekriegt, alles einzupacken, sauber zu machen, zu frühstücken und dann auch noch rechtzeitig zum Konzert nach Zittau zu starten. Mit nur 8 Minuten Verspätung kamen wir dort an - wir wollten 8.30 Uhr ansingen, so wurde es eben ein paar Minuten später. Eine tolle Kirche erwartete uns da in Zittau (Evangelisch-methodistische Hospitalkirche Zittau, Martin-Wehnert-Platz, 02763 Zittau) mit einer super Akustik. Es sollte auch ein tolles Konzert werden - die meisten Lieder klappten gut und die Leute freuten sich, uns zu hören. Es gab aber auch traurige Augenblicke - fünf Schmetterlinge wurden heute verabschiedet (aus Altersgründen): Daniela, Elisabeth, Margret, Manuel und Jonathan. Die Zeit mit Euch war schön! Wir werden Euch sehr vermissen! Und wir wünschen Euch für Euer Leben Gottes Segen! Danke auch für Euer Medley, was Ihr uns gesungen habt! Nach dem Konzert gab es ein oberleckeres Essen, das die Zittauer uns vorbereitet hatten - vielen Dank! Gegen 12.30 Uhr starteten wir dann in Richtung Heimat. Die ersten stiegen ja schon in Dresden aus und da flossen natürlich viele Tränen. Es ist immer schwer, nach einer so schönen Woche voneinander Abschied zu nehmen. Aber wir werden uns sicher wiedersehen! Darauf freuen wir uns. Also bis Himmelfahrt in Leipzig!

Nach dieser gelungenen Woche wollen wir natürlich auch "danke" sagen. Wem? Wir danken ...

... Eva für die gute Idee mit dem Rüstzeitheim, für ihre perfekte Organisation und Planung und für ihre Geduld mit uns Schmetterlingen. Für Dich, Eva, und Dein Baby, Gottes Segen! Wir werden Dich im Frühjahr vermissen!

... Lutz für die musikalische Leitung, seinen Humor und seinen unwiderstehlichen Charme!

... Helke, Estrid und Andrea für das leckere Essen, saubere Chor-T-Shirts, das Austeilen von Taschentüchern, das Verbinden von Wunden, das Trocknen von Heimwehtränen und für vieles mehr!

... Jürgen für die sichere und unterhaltsame Fahrt im Bus!

... Gott für alles Behüten, Bewahren und Segnen! Danke für alle Freude, die wir erleben durften, für die Gemeinschaft, die wir hatten, für die Liebe, die wir spüren durften!