40 Jahre Kinderchor „Die Schmetterlinge“

Jubiläumsfeier am 3.Mai 2008 in der Chemnitzer Friedenskirche

Am Samstag, dem 3.Mai 2008, lugte nach einem regnerischen Vortag früh morgens die Sonne durch die Wolken. Alles war noch ganz still. Die Vögel zwitscherten. So nach und nach flatterten immer mehr aktive und ehemalige Schmetterlinge im Gelände der Friedenskirche umher. Immer öfter sah man, wie sich Menschen in den Armen lagen, sich begrüßten, miteinander redeten, weinten, lachten und sich freuten. Dabei fiel auf: es waren Menschen verschiedenen Alters. Es gibt etwas, was alle miteinander verbindet: ihre Zeit im Kinderchor der Evangelisch-methodistischen Kirche. Das Stimmengewirr wurde immer lauter, die Kirche füllte sich mehr und mehr. Ehemalige und aktive Sängerinnen und Sänger, Chormuttis, organisatorische Leiter und Dirigenten freuten sich auf diesen Tag, der mit einem Lied der aktiven Schmetterlinge (Ich will den Herren loben) und einer Andacht begann. Klar, am Anfang sollte der stehen, dem der Dienst des Kinderchores über 40 Jahre hinweg galt und gilt: unser Herr und Gott.

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Friedmar Walther bei seiner Rede

Besonders froh waren wir darüber, dass Pastor i.R. Friedmar Walther (ehemaliger Dirigent des Kinderchores) trotz schwer angeschlagener Gesundheit bei uns sein konnte und uns am Beginn des Tages ansprach. Man spürte seine innere Bewegtheit und wie groß sein Bedürfnis war, mit uns zu feiern. Für alle hatte er eine Überraschung bereit – das Bild einer Plastik, die er einmal aus den Reihen der Schmetterlinge bekommen hat und die ihm sehr viel bedeutet. Danke Friedmar für dieses persönliche Geschenk!

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Das Geschenk für jeden!

Am Vormittag gewährten die aktuellen Schmetterlinge allen Anwesenden einen Einblick in ihre derzeitige Arbeit und ließen sie teilhaben an den gegenwärtigen Freuden, Herausforderungen und Sorgen, die die Arbeit des Kinderchores ausmachen:

Auch heute sind die Schmetterlinge mit viel Freude und Engagement bei der Sache, lernen ihre Texte und sind einfach mit Leib und Seele dabei.
Nachwuchssorgen hat der Kinderchor derzeit nicht.
Toll ist auch der Zusammenhalt der Kinder und Jugendlichen über die Treffen des Kinderchores hinaus.
Sorgen bereitet immer wieder einmal die Finanzierung des Chores. Ein herzlicher Dank wurde vor allem den Eltern der Kinder und Jugendlichen ausgesprochen, die mit ihren Spenden die Arbeit des Chores ermöglichen.
Wir erleben gegenwärtig, dass Gemeinden sich scheuen, uns einzuladen, weil sie meinen, dem Ansturm von 45-50 Schmetterlingen nicht gewachsen zu sein. Es gibt offensichtlich immer weniger Gemeinden, die sich zutrauen, so viele Schmetterlinge beherbergen zu können. Deshalb waren wir auch schon einige Male in Freizeitheimen oder Jugendherbergen untergebracht, was aber eine zusätzliche finanzielle Last bedeutet.

Auch über einige Ideen, die die Arbeit des Kinderchores unterstützen könnten, wurden die Anwesenden informiert:
Gibt es ehemalige Schmetterlinge, die Geschwisterpatenschaften übernehmen würden? Hintergrund dieser Idee ist, dass für Familien, die gleich mehrere Kinder im Chor haben, die finanzielle Last größer ist, als für Familien, aus denen nur ein Kind im Chor mitsingt. Wer dazu bereit ist, eine solche Geschwisterpatenschaft zu übernehmen, der melde sich bitte bei uns!
Es gab immer wieder einmal die Anregung, ob nicht ein Förderverein oder ein Freundeskreis für den Kinderchor entstehen könnte. Dies bleibt aber der Initiative der Ehemaligen überlassen.
Eine Frage wurde gestellt: Gibt es Interesse an einem Freundesbrief über die Arbeit des Kinderchores? Wenn ja, dann teilt es uns bitte mit!

Ebenfalls sprachen wir darüber, ob wir als Kinderchor nicht ein Projekt, wo auch mit Kindern gearbeitet wird, unterstützen könnten. So entschlossen wir uns, das „Family Life Center (FLC) Klubicko“ in Litomerice (Tschechien) zu unterstützen. Wir könnten uns eine längerfristige Partnerschaft vorstellen und werden darauf hinarbeiten. Nähere Informationen zu diesem Projekt gibt es bald an anderer Stelle auf unserer Website.

Außerdem riefen wir einen „Logo-Wettbewerb“ aus, denn unser gegenwärtiges Logo (Kreuz auf Weltkugel mit Schmetterling) ist bald veraltet, da auch in Deutschland das internationale Logo der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK = UMC) (Kreuz mit Flamme) verbindlich wird. Bis zum Jahresende können Vorschläge bei uns eingereicht werden. Der aktuelle Kinderchor wird dann im Frühjahr 2009 den besten Vorschlag auswählen und prämieren.

Nach einem leckeren Mittagessen im Zelt (hier sei Bethanien herzlich gedankt für die kulinarische Versorgung an diesem Tag) war Zeit für Gespräche, die viele, viele Schmetterlinge schon im Vorfeld des Tages sich gewünscht hatten.

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Küchenwirbel

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Essen im Zelt

Nach dem Kaffeetrinken – mittlerweile waren es bestimmt 200 oder mehr Schmetterlinge, die im Gelände umherflatterten – war gemeinsames Singen angesetzt. Aus jeder „Dirigentenära“ sollten Lieder erklingen:
Für die Dirigentenzeit Johannes Gerischs, des Gründers des Kinderchores, übte Lutz Brückner mit den Schmetterlingen „Von guten Mächten wunderbar geborgen“, das aus der Feder Johannes Gerischs stammt.
Für die Zeit von Frieder Enzmann übte Uwe Nürnberger zwei Lieder ein: „Ich will den Namen Gottes loben“ und „Jesus Christus, König und Herr“.
Für die Zeit von Friedmar Walther übte Lutz Brückner mit den Anwesenden „Gott zum Gruß, liebe Freunde“ (Text von Friedmar Walther) und „Eine Hand voll Erde“ ein.
Auch aus dem aktuellen Programm der Schmetterlinge wurden zwei Lieder geübt: ein lustiger Kanon „Singt“ und „Gott lässt so froh mich werden“.
Annekathrin Buchold übte mit allen und mit dem Jugendchor CHORnBLUME, der einmal aus den Schmetterlingen entstanden ist, das Lied „Der Herr ist mein Hirt“, das gleich bei mehreren Kinderchordirigenten im Programm war.

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Probe

Anschließend haben wir noch Wunschliedersingen gemacht – was leider ein wenig kurz weggekommen ist, weil die Probe doch etwas länger gedauert hatte. Trotzdem waren viele glückliche Augen zu sehen, als durch das Singen der Lieder alte Erinnerungen hochkamen.

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Gespräche im Garten

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zwei Chorleiter

Nach dem Abendbrot waren alle Schmetterlinge sowie die Chemnitzer Gemeinde zu einem Abend der Begegnung eingeladen. Die am Nachmittag geübten Lieder umrahmten die verschiedenen Elemente des Abends:
Wie kam der Chor zu seinem Namen? Frieder Enzmann, der in dieser Zeit Dirigent war, erzählte davon.
Grüße wurden verlesen – besonders freuten wir uns über den Gruß unserer Bischöfin, die gerade in Texas zur Generalkonferenz weilte und dennoch an uns dachte.
Es gab einige Hörbeispiele aus alter Zeit – Frieder Enzmann hatte sie überraschend für alle mitgebracht.
Der Jugendchor der EmK CHORnBLUME gratulierte uns mit einem weiteren Lied.
Wir sahen Bilder von den Anfängen bis zur Gegenwart. Interessant war es, zu hören, wie sich die Freude über bestimmte Bilder durch die Kirche immer wieder in verschiedene Ecken verlagerte, je nachdem welche Zeit gerade dran war. Eigentlich wollten wir hier auch Geschichten hören von dem, was Schmetterlinge in ihrer Zeit erlebt haben, aber irgendwie war uns die Zeit davon gerannt.
Wir ehrten einige Jubilare: Helke Lüder ist seit 35 Jahren im Kinderchor tätig als Chormutti!! Estrid Lorenz seit 15 Jahren. Und Lutz Brückner leitet die Schmetterlinge nun auch schon seit 15 Jahren musikalisch an.

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Eine Hand voll Erde

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Jubilare

Mit einem Gebet, das einmal von Marion geb. Heinze im Jahr 1977 für den Kinderchor geschrieben wurde, klang dieser schöne Tag aus:

Herr, Du liebst uns wie wir sind.
Das macht uns zu Deinem Kind.
Lass uns, Vater, mit Dir gehn’,
lass Dein Wort uns gut verstehn.
Sei mit uns an jedem Tag
was uns auch geschehen mag.
Sei mit denen, die daheim
und nicht bei uns können sein.
Segne, Herr, die uns verwandt,
stärke uns mit Deiner Hand
zu dem Dienste, den wir tun
zu Deines Namens Preis und Ruhm.
Lass recht viele zu Dir finden.
Mach uns frei von allen Sünden,
dass wir singend preisen Dich,
Vater, Sohn, Geist ewiglich. Amen.

Herzlich danken möchten wir allen, die dazu beigetragen haben, dass wir diesen Tag feiern konnten. Besonders unseren Chormuttis sei hier noch einmal gedankt, die dafür gesorgt haben, dass die Versorgung der „Massen“ so gut geklappt hat. Unser Dank gilt natürlich auch der Friedenskirchgemeinde, dass sie ihre Kirche geöffnet, uns zum Feiern eingeladen und auch sonst viel organisiert und bereitgestellt hat! Zuallermeist gilt unser Dank aber Gott, unserem Vater, dass er uns diesen Tag geschenkt und gesegnet hat. Soli Deo Gloria! Allein Gott sei die Ehre!