Die Schmetterlinge in der Hansestadt Hamburg

Montag, 11.10.2004

Voller Erwartung starteten am Montagmorgen die Schmetterlinge mit dem Blechschmidt-Bus und Jürgen als Fahrer nach Hamburg. An mehreren Stationen stiegen die Kinder ein, bis der Bus bis auf den letzten Platz gefüllt war. Nach einer sicheren Fahrt sind wir gegen 15.30 Uhr in Hamburg-Hamm (Friedenskirche) wohlbehalten gelandet. Zunächst haben wir die Kirche inspiziert, die Matratzen und Schlafsäcke ausgepackt und uns ein wenig gestärkt. Nach einer kleinen Übung freuten wir uns aufs Abendbrot. Auch danach haben wir noch einmal gesungen. Gegen 22.00 Uhr ging dieser Tag zu Ende.

Dienstag, 12.10.2004

Heute haben wir viel geübt – den ganzen Vormittag und auch am frühen Nachmittag. Schließlich müssen wir uns auf unsere Gottesdienste vorbereiten. Am späteren Nachmittag machten wir mit Jürgen eine Stadtrundfahrt und besuchten das Miniatur-Wunderland in der Speicherstadt. Ein tolles Erlebnis! Wir waren fasziniert und empfehlen diese gigantische Eisenbahnanlage gern weiter. Erst spät kamen wir wieder zur Kirche zurück und nach einem leckeren Abendessen fielen wir in unsere Betten.

 Mittwoch, 13.10.2004

Auch heute Vormittag war Übung angesagt. Einige hatten ihre Texte nicht gelernt, da war Lutz ganz schön sauer. Also hieß es: üben und lernen … Am späteren Nachmittag – darauf hatten wir uns schon riesig gefreut – fuhren wir erneut in die Stadt. Die Landungsbrücken waren unser Ziel. Von dort setzten wir mit einer Fähre über und erlebten das Musical „König der Löwen“. Da muss man einfach mal dabei gewesen sein! Fantastisch! Diese Musik und die Kostüme – einfach Klasse! Ziemlich spät ging es dann wieder Richtung Schlafsäcke, fast hätten wir im Gedrängel an der Fähre zwei Mädels verloren, aber wir habens rechtzeitig gemerkt und sie wieder aufgelesen.

 Donnerstag, 14.10.2004

Auch am Donnerstag haben wir – neben unserem Üben – die Stadt Hamburg unsicher gemacht. Auf einer Hafenrundfahrt haben wir interessante Dinge gesehen, sogar die Yacht eines Scheichs! Und zum Shoppen hatten wir auch noch genug Zeit. So kam jeder auf seine Kosten. Zum Schluss waren auch alle wieder da, obwohl zwei von uns (Benjamin Sch. und Saphira F.) im Kaufhaus ausgerufen werden mussten …

 Freitag, 15.10.2004

Heute gab es schon wieder einen Höhepunkt zu erleben: wir fuhren zu einem Schulmuseum (in der Nähe der Reeperbahn) und erlebten anhand einer Führung und einer richtigen Unterrichtsstunde, wie man zu Kaisers Zeiten gelernt hat. War interessant, die Manieren von damals zu lernen, auf Schiefertafeln deutsch zu schreiben und nur auf Kommando irgendwelche Dinge zu tun. Als der Lehrer anordnete, dass wir ein Lied singen sollen, war er richtig verblüfft, denn er hatte nicht erwartet, dass ihm „Wenn alle Brünnlein fließen“ gleich mehrstimmig und mit allen Strophen entgegenschallen würde. Danach wusste auch er, dass wir ein Kinderchor und keine Schulklasse sind … hihi. Nach einem improvisierten Mittagessen an den Landungsbrücken fuhren wir ins Diakonissenhaus Bethanien. Dort hatten wir am Nachmittag einen Gottesdienst auszugestalten. Die zum Teil schon sehr alten Schwestern freuten sich riesig über unseren Besuch, manche waren gar zu Tränen gerührt. Für sie war es einfach schön zu sehen und zu hören, dass es auch heute junge Leute gibt, denen die Sache Gottes wichtig ist und am Herzen liegt. Nach dem Gottesdienst wurden wir dort noch vorzüglich bewirtet, bevor wir dann wieder in unser Quartier fuhren.
Was dann am Abend passierte, das beschäftigte uns noch lange: Jürgen fuhr zunächst den Bus ins Grundstück. Später meinte er, es müsse noch ein wenig zur Seite fahren, damit wir am nächsten Morgen die Ladeklappen auch aufmachen können. Dabei stellte er fest: der Bus sagt nicht einen Mucks mehr. Kaputt. Nun war guter Rat teuer. Doch im Laufe des Abends wurde ein Weg gefunden. Eine Werkstatt ganz in der Nähe übernahm unseren Bus und sagte uns zu, ihn über Nacht zu reparieren.

 Samstag, 16.10.2004

Ja, hätte Jürgen erst heute gemerkt, dass der Bus kaputt ist, wäre uns dieser schöne Tag verloren gegangen. So aber haben Jürgen und Lutz den reparierten Bus am Morgen aus der Werkstatt geholt. Wir konnten also pünktlich einsteigen und in Richtung Hamburg-Neugraben starten. Glaubt da noch jemand an Zufälle? Wir nicht!
Die Fahrt führte uns durch den Freihafen über die Köhlbrandbrücke. Eine tolle Aussicht auf die Hafenanlagen! Zunächst steuerten wir das Karstadt-Kaufhaus in HH-Neugraben an. Dort hatten wir Gelegenheit, für die vorbeigehenden Leute zu singen. Anschließend wechselte noch der eine oder andere Euro den Besitzer – aber viel Zeit zum Einkaufen blieb nicht, da wir noch ein Stückchen weiter fuhren zum HNT (= "Hausbruch Neugrabener Turnerschaft" - ein Sportverein im Stadtteil Hamburg-Neugraben). Dort wurden wir bereits erwartet. Viola D. und Astrid und Jürgen R. hatten mit uns und „ihrem“ Verein ein Kinderfest geplant und vorbereitet. Sie hatten auch richtig fleißig eingeladen, so dass die Turnhalle gut gefüllt war. Es gab Kaffee und Kuchen – der Erlös kam uns als Kinderchor zugute. Vielen Dank! Die Tanzgruppen des Vereines und wir als Chor wechselten uns mit unseren Auftritten ab. Wir erfuhren einiges über die Arbeit im Verein und wir erzählten natürlich über unsere Arbeit. Toll war, als wir gemeinsam mit den Tanzgruppen das Tanzbein schwangen, bei uns sah es allerdings nicht so elegant aus, stimmts Lutz? Der Höhepunkt des Tages aber war der Auftritt der extra wegen dieses Kinderfestes angereisten Trampolinspringer des Bramfelder SV, die sogar in der Bundesliga springen (fliegen) und einen echten Deutschen Meister, der gleichzeitig auch Vizeweltmeister ist, in ihren Reihen haben. Es war eine klasse Vorstellung! Wir waren echt begeistert. Ebenso toll war das unkomplizierte Miteinander von Menschen aus Ost und West, Christen und Nichtchristen, Jungen und Alten. Vielleicht haben wir alle an diesem Nachmittag ein bisschen dazu beigetragen, dass die Mauer in den Köpfen ein Stückchen kleiner geworden ist. Es wäre zu wünschen.

Sonntag, 17.10.2004

Der Sonntag wurde richtig turbulent. Wir mussten zunächst alle sehr früh aufstehen. Die Matratzen wurden weggeräumt und die Koffer waren zu packen. Das war vielleicht ein Gewusel und ein Durcheinander. Aber am Ende sah alles doch ganz manierlich aus. Nach dem Frühstück hatten wir den Gottesdienst der gastgebenden Gemeinde auszugestalten. Sogar zwei Inder waren gekommen, die wir tags zuvor zum Gottesdienst eingeladen hatten. Und auch einige andere bekannte Gesichter waren in diesem Gottesdienst zu sehen. Es war aber kein Gottesdienst wie jeder andere. Denn wir mussten Abschied nehmen. Harald (Pastor Harald Hunger) war nach über 15 Jahren nämlich das letzte Mal dabei als unser Organisator. Wir hatten uns natürlich auf seine Verabschiedung vorbereitet. Zwei Lieder haben wir nur für ihn gesungen (den Text hatten Andrea, Estrid und Lutz geschrieben) und einige Geschenke überreicht. Das Prunkstück aber war ein riesiger Wandbehang. Jeder von uns hatte einen Schmetterling auf ein Stück Stoff genäht und Helke nähte alles zusammen. Wir glauben, Harald hat sich riesig gefreut. Schade, dass er nicht mehr dabei ist. Harald, wir wünschen Dir auch weiterhin Gottes Segen! Wir haben aber auch seine Nachfolgerin begrüßen können: Eva (Gemeindereferentin Eva Helm). Sie war schon mit nach Hamburg gekommen, um uns kennen zu lernen. Eva, wir wünschen Dir viel Freude daran, uns zu managen! Außerdem haben wir in diesem Gottesdienst einige aus unserer Mitte verabschiedet, die nun zu alt geworden sind für den Kinderchor. Auch das ist immer mit viel Tränen verbunden. Aber es ist schön, dass es diesen Kinderchor gibt, denn er prägt die Kinder in ihrem Leben doch erheblich. Auch der gastgebenden Gemeinde haben wir gedankt, dass sie uns aufgenommen und beherbergt hat. Nach dem Gottesdienst, einem kleinen Imbiss und vielen Gesprächen mit den Leuten aus der Gemeinde startete Jürgen den Bus und wir machten uns auf die Heimreise. Erschöpft, aber wohlbehalten kamen wir zu Hause an, reich an Erfahrungen und schönen Erinnerungen.

Danke, lieber Gott, dass Du uns in dieser Woche behütet hast!


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